Ein Vermächtnis, das weiterwirkt
Manchmal beginnt eine Stiftung nicht mit einer Idee, sondern mit einer persönlichen Geschichte.
Die Geschichte der Sonja und Edmund Obolevicius Stiftung beginnt mit einem Ehepaar aus Landshut – und mit Edmunds besonderer Verbindung zu seiner litauischen Heimat. Bereits 1993 bestimmten Sonja und Edmund Obolevicius in ihrem gemeinsamen Testament, dass ihr Vermögen einer Stiftung zugutekommen sollte. Damit wollten sie über ihr eigenes Leben hinaus etwas bewirken.
Aus diesem persönlichen Vermächtnis entstand die Sonja und Edmund Obolevicius Stiftung.
Aus einer Verbindung wurde Verantwortung
20 Jahre später wurde aus diesem Vermächtnis eine konkrete Aufgabe in Litauen. Im Mittelpunkt der Stiftungsarbeit steht heute das Kindertageszentrum Šypsenėlė in Švenčionėliai, einer kleinen Stadt im Osten Litauens. Dort finden Kinder und Jugendliche aus schwierigen sozialen Verhältnissen einen verlässlichen Ort im Alltag – zum Lernen, Essen, Spielen und Zusammensein.
Seit 2013 begleitet die Stiftung das Zentrum gemeinsam mit den Menschen vor Ort. Über die Jahre wurden Räume geschaffen, die Infrastruktur verbessert und wichtige Voraussetzungen für den täglichen Betrieb geschaffen. Dabei verstehen wir unsere Arbeit nicht als kurzfristige Hilfe. Es geht um eine langfristige Begleitung und um die Frage, was ein solcher Ort dauerhaft braucht.
Eine Verbindung, die gewachsen ist
Unsere persönliche Verbindung zu Litauen reicht viele Jahre zurück. Seit 2013 reisen wir regelmäßig nach Švenčionėliai und erleben die Entwicklung des Zentrums unmittelbar vor Ort.
Dadurch ist aus Unterstützung eine persönliche Beziehung geworden. Wir kennen die Menschen, die Šypsenėlė tragen. Wir sehen, was sich verändert hat, und erleben, wie Kinder und Jugendliche, die über Jahre im Zentrum begleitet wurden, ihren eigenen Weg beginnen. Das ist für uns der entscheidende Unterschied zwischen einer einmaligen Hilfe und langfristiger Verantwortung.
Was bleibt
Das Wertvollste lässt sich dabei nicht immer in Zahlen ausdrücken. Es sind Kinder, die über Jahre im Zentrum aufwachsen. Jugendliche, die ihren eigenen Weg finden. Menschen vor Ort, die Verantwortung übernehmen. Und ein Ort, der ihnen dabei hilft, Vertrauen in die eigene Zukunft zu entwickeln.
Deshalb verstehen wir Šypsenėlė nicht einfach als ein gefördertes Projekt. Es ist ein Ort, der für die Menschen in Švenčionėliai wichtig geworden ist – und den wir über viele Jahre begleiten möchten.
Menschen hinter der Stiftung
Getragen wird die Sonja und Edmund Obolevicius Stiftung von Menschen, die Litauen seit vielen Jahren persönlich verbunden sind:
- Stiftungsvorsitzender ist seit 2013 Benjamin Wittstock, Honorarkonsul a. D. von Litauen.
- Seine Frau Jeannette Wittstock engagiert sich als stellvertretende Vorsitzende.
- Seit der Gründung im Jahr 2013 war auch Pater Dr. Gerd Birk (SVD), der damalige Pfarrer der litauischen Gemeinschaft in München, über zehn Jahre im Vorstand tätig. 2025 schied er aus dem Vorstand aus.
Gemeinsam tragen und trugen sie Verantwortung für das Stiftungsvermögen und für die Umsetzung des Stiftungszwecks in Litauen.
Und deshalb machen wir weiter
Wer einen Ort über viele Jahre begleitet, erlebt Veränderung anders. Man sieht nicht nur, was noch fehlt. Man sieht auch, was entstanden ist. Für uns ist es deshalb ein besonderer Ansporn, nach Švenčionėliai zurückzukehren und zu sehen, wie sich Kinder und Jugendliche entwickeln und ihren eigenen Weg beginnen.
Unsere Aufgabe ist nicht, ihnen diesen Weg abzunehmen. Unsere Aufgabe ist es, dazu beizutragen, dass sie ihn gehen können.
Das ist der Gedanke, den wir aus dem Vermächtnis von Sonja und Edmund Obolevicius weiterführen.